Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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heit des Sprechens gebracht, man hätte kaum etwaserfahren.

Dem Benehmen der Angeklagten widmete Dicthelmdabei eine besondere Aufmerksamkeit, bald der eine,bald der andere vergaß sich und schaute sorglos undkeck darein, bis er sich oft plötzlich besann und sichfaßte, und während des Zeugenverhörs schärfte sich oftder Hauptangeklagtc die Lippen, indem er mit derZunge dazwischen hin und her fuhr, stemmte dieHand in die Seite, raffte sich zusammen und richtetesich auf.

Was geht in diesen Menschen vor?

Mitten durch's Herz fühlte Dicthelm einen Stich,als er hörte, wie die beiden Angeklagten, die dochBrüder in der That waren, setzt vor Gericht als diebittersten Feinde einander gegenüber standen und sichwechselseitig anklagten.

So wären Diethelm und Medard einander gegen-über gestanden. Dicthelm zuckte zusammen und fuhrsich mit der Hand über das Gesicht. Er schaute freiumher und dann auf seine Mitgeschworenen, er erin-nerte sich, wo er saß.

Drei volle Tage mit doppelten Sitzungen dauertedie erste Verhandlung und bei aller ehrenhaften An-hänglichkeit an das Gerichtsverfahren klagten die Mit-gcschwornen doch auch manchmal über das fremdeLeben in fremder Stadt; sie fühlten sich unbehaglich,beständig in Sonntagskleidern und der Handarbeit ledigumher zu gehen, dennoch bctheuerte Jeder, daß ernicht davon sein möchte und Dicthelm hatte nur gegen