„Wenn du stolz wärst, hättest du mir das nichtgesagt und hättest mich auf dem Glauben gelassen,daß mir eine besondere Gnade damit geschieht, desDiethelms Tochtermann zu werden. Aber jetzt istmir's fast lieb, daß du mir's gesagt hast. Ich sch',ich geh' dir über Vater und Mutter, und du hast michan mir selber gern und willst nichts vor mir voraus."
Fränz rieb sich Anfangs betroffen die Stirne.Sie hatte mit ihrem losen Herausplaudern, statt demVater einen Fallstrick zu legen, sich selber gefesselt.Sie hatte nicht den Muth, zu thun, als ob sie Allesnur im Spaß geredet, und als sie zuletzt hörte, wiegut der Munde ihre Rede auslegte, bewältigte siediese Macht der harmlosen Treuherzigkeit. Der Mundewar doch so ohne Falsch und so seelengut, daß sie ihnin diesem Augenblicke mehr liebte als je, und sie gabihm von selber einen Kuß.
Munde war ein finsterer Gevatter von gar nichtbräutlicher Laune, und als ihn der Geistliche um denNamen des Täuflings fragte, gab er nicht, wie ver-abredet, den Diethelms an, sondern rief zitternd:Medard! Er bebte in der Kirche, denn er dachte,daß einst seine eigenen Kinder einen Großvater lieb-kosen sollten, der so Arges gethan. Beim Taufschmauseschnitt es ihm Anfangs in die Seele, da man ihn alsglücklichen Schwiegersohn Diethelms laut pries undder junge Kübler ihm ein Hoch ausbrachte, daß erebenfalls ein Familienfürst werden möge, wie seinSchwäher. Nach und nach — die Huldigung hatallezeit ihren verführerischen Reiz — beschwichtigte
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