Der alte Schäferle, dessen geheime Kunst aufge-sordert war, die er seinem Vater an Freund und Feindzu üben versprochen hatte, näherte sich, wenn auchlangsam, betrachtete sie lange, hauchte dreimal daraufund murmelte dabei unverständliche Worte. Marthabewegte schon die Finger besser auf und zu, und derSchäferle sagte:
„Der Hund da, der Paßauf, kann euch helfen.Lasset ihn nur bei euch im Bett schlafen."
Martha wehrte sich gegen dieses Mittel, geradeder Hund des verbrannten Medard war ihr einSchrecken, und sie dachte nicht, daß ein anderer kurz-haariger eben so dienlich gewesen wäre; sie verstandsich eher zu den anderen Mitteln, die darin bestanden,Turteltauben im Zimmer zu halten und im Neumonddrei Blutstropfen aus den drei Fingern auf Baum-wolle aufzufangen und solche in eine junge ab demWege stehende Weide einzuspunden.
In der That wurde Martha von nun an viel be-lebter und heiterer, und sie rieth oft ihrem Manne,wegen seines Fröstelns den alten Schäferle zu be-fragen, ja sie befragte diesen von selbst über den Fall,aber der alte Schäferle, der wußte, wem es galt, be-hauptete, nicht helfen zu können, bevor der Mannselber zu ihm käme. Diethelm aber wollte sich nichtdazu verstehen, und wenn ihn seine Frau über seineunruhigen Nächte ausfragte, redete er ihr ein, dasviele Geld im Hause mache ihm bange, er durfte ihrja nicht sagen, wie nicht die Sicherung seines Geldes,sondern die Wahrung seines Geheimnisses ihn oft in