Fünfzehntes Kapitel.
Unter klingendem Schlittenschellen fuhr Diethelmnach dem Dorfe hinab, er athmete tief auf in derscharfen Morgcnkälte und starrte fast bewußtlos vorsich hin, beobachtend wie die Rappen so rasch undgleichmäßig die Füße hoben, und wie sie so muthigdie schellcnumwundenen Köpfe warfen.
Während im Herzen ein jäher Schreck ausklingtoder wilder Schmerz rast, ist oft der äußere Sinn ver-loren und gefangen in der Betrachtung eines Farben-spicls, eines alltäglichen Ereignisses und verfolgt seineWandlungen mit einer Stetigkeit und gesammeltenKraft, als wäre sonst nichts auf der Welt und müßtegerade dieser Vorgang in seinem innersten Wesen erforschtwerden. Erwacht dann das innere Bewußtsein aussolcher träumerischen Versenkung, so fährt der Gedankedes betroffenen Unheils wie mit tausend schneidendenWaffen auf's Neue durch alle Lebensnerven, durchzucktdas ganze Wesen und ein lauter Aufschrei spricht esaus, was über das selbstvergessene Menschenherz ge-kommen.
Diethelm fuhr so heftig auf, daß er mit dem Leit-