Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
109
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bleibt nichts als dich selbst umbringen, das ist eineschwere Sünde oder Brandstiftcn, das ist auch einVerbrechen, aber minder, und du hast schon genug ge-litten sür das, was du thnn wolltest, du hast deineStrafe vorweg empfangen, jetzt mußt du's auch thun,und du rettest dich und all die Deinen.

Au der Gemarkung von Unterthailfingen kehrteDiethelm um und kam, man kann fast sagen, als hart-gefrorner Miffethätcr heim.

Drei Tage ging Diethelm einsam und in sich ge-kehrt umher; er verstopfte jede Luke und jeden Spaltauf dem Speicher und sagte sich innerlich Wort fürWort Alles vor, was er zur gefahrlosen Vollbringungzu thun habe, denn er gewahrte, wie sein Athemschneller ging bei dem Gedanken an die endliche Aus-führung, er wollte sich vor sich selbst sicher stellen, ummit Umsicht und ohne Leidenschaft und Hast, die leichtdas Wichtigste übersieht, zu Werke zu gehen.

Am dritten Abend kam ein Bote vom Kohlenhofmit der Nachricht, daß die Kohlenhof-Bäuerin, dieTochter Martha's erster Ehe, krank sei und nach derMutter verlange. Diethelm erfaßte dieß schnell alseine erwünschte Wendung und drang in seine Frau,daß sie sogleich abreise; er wußte aber allerlei Aus-reden, daß er sie nicht selbst führte, er wollte demMedard den Schlitten mit den beiden Rappen über-geben, aber dieser klagte über Schmerzen in seinemzerbrochenen Beine und der Waldhornwirth war gernebereit die Base zu führen. Diethelm empfahl ihm,bald zurück zu kehren, da er morgen auch verreisen müsse.