Zehntes Kapitel.
Eine feste Friedsamkeit lag in dem Wesen Diet-helms, als er am andern Morgen in seinen berühmtengrünen Saffianpantoffeln im sonnigen Hofraum umher-spazierte. Die Nacht, vor der es ihm so seltsam bangewar, ist glücklich vorüber und so wird auch alles Sorgenund Zagen ein heiteres Ende nehmen, es gilt nurruhig Stillhalten und die günstige Gelegenheit erfassen.Ein bedeutungsvolles Anzeichen kündigte sich eben jetztan. Der Metzger, mit dem Diethelm vorgestern nichthandelseins werden konnte, kam gerade den Hügelheran, hatte allerlei Ausreden, wie er zufällig daherkomme und begann nochmals einen geringeren Kauf-preis festzustellen, aber Diethelm war klug genug, dieKauflust des Metzgers zu ersehen und sagte stolz undfest: wenn nichts mehr geredet werde, halte er seinWort, und bleibe es bei dem auf dem Markte Be-sprochenen, wo nicht, wenn er nicht bevor die Heerdeden Berg hinab ist in die Hand cinschlage, verlangeer für jeden Hammel einen Gulden mehr. Der Metzgerschlug ein und Diethelm hatte schon am frühen Morgendreihundert Hammel verkauft und dabei eine namhafte
Auerbach, Dorfgeschichten, 3, Band, 6