Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

^74

Endlich waren die leeren Wagen abgefahren, dieHeerden in den weitläufigen an das Haus angebautenStällen untergebracht, es war Abend und Diethelmfühlte sich so wohl daheim, daß ihm die vergangenenTage und das Hinaussehnen wie ein Traum erschien.Hier allein war Friede und Glückseligkeit. Er ließ denMunde in die Stube rufen, dankte ihm für seine ent-schiedene Hülfe und schenkte ihm einen Kronthaler.Munde nahm zaghaft das dargebotene Geld, aber ernahm es >doch, und fast stolperte er über Fränz, dieam Spinnrocken saß und verließ ohne ein Wort dieStube. Diethelm war so hingegcben, daß er fast ge-neigt war, seiner Frau die ganze Lage seiner Verhält-nisse zu offenbaren, aber er hielt noch zeitig genug ansich und erklärte ihr nur, daß er entschlossen sei, nurnoch diesmal die Handelschaft zu treiben, dann wolleer wiederum hier oder anderswo sich Aecker kaufenund ruhig bauern, wie ehedem. Diese tröstliche Aus-sicht, die das Antlitz der Frau fast verjüngte, erfüllteDiethelm selbst mit einer heitern Gemüthsruhe, undin ihm sprach's: Es muß Alles wieder gut werden,Gott darf eine so schöne Zukunft nicht zu Schandenwerden lassen. Eine andächtige Stille herrschte in derStube, und Diethelm zog die Uhr auf, das war dasZeichen, daß es Zeit zum Schlafengehen sei.