Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
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Und ich? ich kann das Aschenputtel sein?" frug dieMutter.

Du mußt dich auch besser anchun. Wie gefälltdir das Manteltuch? Frau, du wirst dein Freudhaben an dem Marktgang," sagte Diethelm mit zutrau-licher Stimme, während er klein Holz häkelte, eineAufmerksamkeit, die er seit den ersten Jahren der Ehenicht mehr gehabt Hatte.

Der Hausfriede war nun nothdürftig hergestcllt,und Diethelm mußte bei Tische thun, als ob er nochnirgends gespeist habe; er würgte jeden Bissen mitMühe hinab und sein ganzes Heimwesen erschien ihmauf einmal so düster. Wie war's draußen in derWelt so hell und freundlich und Alles so zuvorkom-mend, und hier mußte er immer thun, als ob er daöGnadenbrot» esse; die freie Stimmung, die er ausder Ferne mitbrachte, war plötzlich gefängnißdumpf,und als er wieder hinabkam und seine Halbkutschesah, meinte er, er müsse gleich wieder anspannen undfort, immer weiter, auf der kalten Herberge, im Stern,in der Post, überall war's viel besser, sonniger undlustiger.

Wagen an Wagen kamen angefahren, Heerdenhielten unten am Wege und blockten so kläglich, undDiethelm war's wieder, als ob ihn all das neue Be-sitzthum erdrückte, er hatte außer Medard noch zweiSchäfer in Dienst genommen, und noch hatte jedermehr als die gewohnte Zahl Vierhundert zu hüten.Aber er that freundlich und wohlgemuth, er half selberdie Ballen oben in der Luke einziehen und einmal