Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

Diethclm gleich noch ein zweites Tausend. Dennocherhielt er nur mit großer Mühe sechshundert Guldenbaar, das Ucbrige mußte er in fremden Staatspapicrenzu hohen Tagespreisen übernehme». Noch nie zittertedie Hand Diethelms so sehr, als da er den Wechselunterschrieb. Auf der Straße war's ihm, als sähe esihm Jedermann an, daß er sich dazu verpflichtet hatte,nach drei Monaten in schmähliche Gefangenschaft zugehe»; aber die Leute waren so ehrerbietig wie je undim Stern fand man cs nicht im Entferntesten ver-wunderlich, daß Diethclm auf die Minute sein Worthielt, und als dieser dem Wirthe die Staatspapicreaufzubcwahrcn gab, kam ein neuer Stolz über ihn:Tausende handeln ja nur mit Credit, warum soll iches nicht auch? Ich kann auch mit einem FederstrichSummen hin- und hcrschiebeu."

Die Furcht vor einer Wcchsclschuld war ihm inder That nur ein Aberglaube, und der Wein erfrischteihm jetzt das Herz wie noch nie. Auf die Bitten derWirthslcute und der Franz versprach er, über Nachtzu bleiben und den Honoratioren-Ball zu besuchen.Das Haus Diethclm bleibt," sagte er halb selbst-spöttisch, cs wußte Niemand was er damit meinte.Er ging nun hinaus vor das Thor, um seinenSchäfern Bescheid zu sagen und der Mutter Nachrichtzu geben.

So traf Diethelm die beiden Brüder mitten imGespräche über ihn; er war voll guter Laune, als ihmMedard das Geld für die verkauften siebzig PaarHämmel übergab, händigte ihm ein namhaftes Trink-