der Geschichte der Menschheit. 47
Abwechselungen der Witterung, die böchsten undsteilsten Höhen mit den weitesten und flachsten Eb-nen verbindet. Es ist ferner bekannt, daß, da die-ser lang gestreckte Welttheil bey großen Buchtenzur rechten Seite eine Kelle von Gebirgen hat, dievon Süden nach Norden streicht, daher das Klimadesselben, so wie seine lebendigen Produkte, mit deralten Welt wenig Aehnliches haben. Alles dies
macht uns auch auf die Menschengattunq daselbst,als auf die Geburt eines entgegen gesetzten Hemi-sphars, aufmerksam.
Auf der andern Seite aber gibt es eben auchdie Lage von Amerika, daß dieser ungeheure, vonder andern Welt so weit getrennte Erdstrich nichteben von vielen Seiten her bevölkert seyn kann.Bon Afrika, Europa und dem südlichen Asten schei-den ihn weite Meere und Winde; nur Ein Ucber-gang aus der alten Welt ist ihm nahe geworden anseiner nordwestlichen Seite. Die vorige Erwartungeiner großen Vielförmigkeit wird also hiedurch ge-wiffermaaßen vermindert; denn wenn die ersten Undmeisten Einwohner aus einer und derselben Gegendkamen und sich, vielleicht nur mit wenigen Vermi-schungen andrer Ankömmlinge, allmählich herunterzogen und endlich das ganze Land füllten: so wird,trotz aller Klimate, die Bildung und der Ebarakterder Einwohner eine Einförmigkeit zeigen, die nurwenig Ausnahmen leidet. Und dies ists, wasso viele Nachrichten von Nord- und Süd-Amerikasagen: daß nämlich, unerachtet der großen Verschie-denheit der Himmelsstriche und Völker, die sich oftauch durch gewaltsame Kunst von einander zu tren-nen suchten, aus der Bildung des Menschengeschlechts