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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aufsätze. 407

was sich der Tollkühne ohne Bedenken erlaubte. EineSchwester der Schaam ist diese zarte Empfindung,von der kein Tbcrsites weiß, die aber trotz seinesjugendlichen Feuers, Achilles mehr als alle, selbstmehr als Hektor, fühlet. Sein Freund Patroklusscheuet sich vor der Nemesis Achilles; vergißt aberdennoch im Lauf seines Ruhmes des Ziels, das die-ser ihm gesetzt hatte und findet sein letztes Schicksal.

Dahin gingen die Lehren des Solons und an-drer griechischen Weisen, wenn sie selbst im Glückund Aiuhm vor dem Ucbermaas warnten und dasnichts zu viel" bei jener Gelegenheiteinscharsten. Dahin die Beispiele jener edlen Rö-mer*), die den Neid des großen Glückes ihre Sie-ge lieber mit dem Unglück ihrer Person und Zami-lie als mit dem Sturz des Staates zu versöhnenwünschten, wenn er versöhnt werde» müßte. Eegen-theils war es eine leere Eeremonie, wenn Augustusin aller seiner Herrlichkeit der Monarchie Einen Tagim Jahre dazu ausgesetzt hatte, daß er mit einerKrümmung seiner Hand, als ob er Allmosen em-pfinge, die Nemesis seiner Hoheit versöhnte. Durchkein dergleichen Spielwcrk, dadurch der Pöbel grös-ser wird, laßt sic sich blenden; sic blickt in denBusen und wie der Göttin des Gedächtnisses derOhrzipfel gewcihet war, so hat sie den Ort hinterdem Ohr zu ihrer Tafel, wo sie sich alle Gedan-

*) Turins 6-lmiUus bei Llvius I. g. c. !ii,lVIaxiimis I. 1». 0, iz.