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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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361
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n. Antiquarische Aufsätze 36t

us, und wer sonst von dcr Kunst geredet, einen thö-richten Enthusiasmus für die Macht des Ausdrucksderselben vorgerückt und diesen Vorwurf auf dasganze Gebiet der Künste verbreitet. Ein französi-scher Künstler selbst hat fast Jedermann angcbellt,der, wenn er kein Künstler war (und auch Künst-ler) außer ihm über die Kunst die Lippen zu öffnenwagte*). Ucber Mark-Aurel und sein Pferd, überCicero, Plinius, Lcssing, Winkelmann, Mendelssohn,Sulzer Heyne, Shaftesburi u. f. ist er stürmig da-hergefahren; so daß, weil er in Petersburg übersein Pferd und dessen Reiter, Peter den Großen,mancherley schiefe Urtheile von Kennern und Nicht-kcnnern in sich genommen hatte, er über alle Ur-lheile enthusiastischer oder kritischer Nicht-Selbst-Ar-tisten den Stab brach. Dcr Koch koche nur fürKöche, eigentlich aber für sich selbst; so arbeite auchder Künstler.

Glücklich, wenn er so arbeitet, und des ganzenPublikums von Kennern und Nichtkcnnern nicht be-darf; wie aber? wenn er eigentlich für sie arbei-tet? wenn er ohne ihre Mithülfe zu arbeiten nichtvermag? endlich, wenn cs eben so unmenschlich alsunartistisch seyn würde, dem Anschaucr oder ZuhörerSinne und Geschmack, Empfindung und Urthcil zunehmen, damit der Künstler in seiner Werkstatt, wieauf einem Triumphwagen sagen könne:io sonoI?ittors orilico, l^rci - ^rtista! dcr unkünstlerischePöbel, an meinen Wagen gekettet, ziehet mir nach."

*) Oeuvres äe ksleonet. 1', I. VI.