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Zur Philosophie und Geschichte Theil 8 (1820) Seele und Gott
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I. Vom Erkennen und Empfinden

ncn sie sproßt. Wenn neulich jemand behauptet bat,daß Shakespeare kein Physiognomist sey, aus tumProfil der Nase, so gebe ichs ihm gerne zu; dennzu einem Detail der Art hat er wenig Zeit, außerwo es, wie bcy Richard dem III., die offenbarsteNoch fordert; aber daß er kein Physiolog sey,mit Allem, wie sich Physiologie auch von außenzeiget, das müßte niemand sagen, der Hamletund Lear, Ophelia oder Othello nur imTraume gesehen batte; unvermerkt mahlt er Hamletbis auf seine Haare. Da alles äußere nur Abglanzder innern Seele ist: wie tief ist nicht der barbari-sche Goihische Shakespeare durch Erdlagen und Erd-schichten überall zu den Grundzüqen gekommen, ausdenen ein Mensch wachst, so wie KIopstock zuden geheimsten Wellen und Schwingungen einer rei-nen himmlischen Seele! Das Studium der Dichterzu diesem Zwecke haben meistens nur die Engländer(versteht sich, nur an ihren Dichtern: denn was

wird ein Engländer außer England Guts finden?)versucht; uns Deutschen ist, statt unnützer Lobre-den und kindischer Rcccnsionen, hier noch ein großesFeld von Zeiten und Völkern übrig.

Und bis dahin, daß diese drey Aufgaben er-schöpft sind, mag die Antwort aufgeschoben werden,unter welchen Bedingungen etwas reitze?" Ich könn-te in tauben und unstaten Ausdrücken zehn Formelnzur Auflösung geben, sagen: daß uns etwas reitze,

wenn wir nicht umhin können, daß es uns nichtreitze, wenn der Gegenstand uns so nah liegt, daßer sich an uns reibet, und uns reget. Oder ich könn-te sagen: er reitzt, wenn er uns so ähnlich, so ana-