des Menschengeschlechts. 3Z5
daß überall, wo die spürenden Schriftausleger einengnostischen Ausdruck wittern, gar feindselige Anspie-lung, Widerlegung der Gnostiker seyn soll — daverlassen den Leser oft alle Sinne. Da sollen Pau-lus, Peirus, Jacobus, Johannes, und ja inson-derheit der friedfertige Johannes *), Sachen wider-legen , an die sie dem Zusammenhänge nach nichtüber Meilentausendc gedacht: da kommen Ener-gien, G » oslik erspiele — die Schriften Jo-hannes ganz eine Streittheologie gegen Gno-stiker, wie der Erfinder dieses Worts, und an-dere auf seinen Spuren sehn: in dem Kopfe derberühmten Männer sind endlich lauter Gnostikerge-spenster, die beinahe jeden Vers verdunkeln — wiemanche vortreffliche, neue, gelehrte Commentare vonBibelerklarung hat die Sekte geschaffen! — Undes war nichts als ein allgemein verbreitetesMedium und Vehikulum von — Spra-che! Ein allgemeiner Aether, in dem von Per-sien bis Griechenland und Aegypten damals Weis-heit, Moral und Religion schwamm. Muß ich je-den widerlegen, in dessen Sprache ich spreche?Weil du deine, und der Mogul auch eine Nase hast,laufen eure Nasen zusammen! —
Erschrecklicher Wust von Auskehricht in diesemFache, und wenn das in die Patristik und allge-meine Geschichte der Philosophie hinübergeht — wie
*) S. Michaelis Einleitung ins Neue Testament.LH. 2. S. 1270. „Wie Johannes die Gnostikerbestritten?"