des Menschengeschlechts. 385
von ein jeder den Ursprung stehet. Dem Lichte stehtFinstern iß, der Urquell des Bösen, orientalischpcrsonisicirt, entgegen, wo auch ein jeder stehet, wo-her ? und nun kommen alle diese Begriffe in Tie-gel morgenländischer Feuerköpfe: werden umgeschüt-telt, gewälzt, durchglüht, in Mährchcn und Schaumaufgelöst, das heilige Menschenbild! dererstgeschaffene, vor der Welt das eye »deMensch kommt dazu — es wird eine hohe No-manglofse, ein sehr entferntes Mahrchen der einfäl-tigen Ursage — das aber war eben die Kunst! derTraum war selbsterfundene Weisheit! das war^veocreg. Wer kann sich in die Schöpfung des Un-geschaffenen, in die unendlichen leeren Raume vorGrundlegung der Welt verirren und kommt unver-wirrt zurück? Wenn indeß jeder Hauplpunkt derVerwirrung, das Hauptwort, von dem sie ausgien-gen und darauf zurückkamen, ein Begriff unse-rer Urkunde ist: die Brücke, die alte Chaldäer-weisheit in ihren Orakeln, die eben daher geborgtePythagoräer- und Platonikerweisheit in ihren Haupt-idcen und Symbolen, endlich das ganze Bounde-hesch, die Kosmogonie der Perser in Zoroaster zuHülfe genommen, wird der Uebergang offenbar. Werje gelesen, was Araber und Scholastiker aller Klas-sen über Aristoteles gelesen und wohin sie gekom-men ? was Commentatorcii aller Art über und av.Sder Bibel gelesen und wohin ste gekommen? derwird nicht einen Augenblick zweifeln. Hier hängtdoch noch jeder Spekulationsfaden an seinem Ur-spcungsworlc treu und fest: dort ist, wie oft, dieganze Kette zwei-, dreimal zerrissen!
Herder? Werke z. Ncl.». Theol. V. Vb