des Menschengeschlechts. 175
Lagen und Strophen, Rhythmen und Kadenzenunterstützt —> wozu all' diese Lettern-Mühe undGedächtnißarbeit für die Zeit Moses? wo ers jageradezu sagte und schrieb „sechs Tage sollt du!und am siebenten sollt du!" und Menschen dasschon gewohnt waren zu Horen, zu schreiben, zulesen! Wenn, wie's lange bewiesen, das Zeitalterder spatesten Hieroglyphen, Zeichenbilder und leben-digen Thatengesange den Buchstaben und Büchernimmer vvrhergieng, ja jene eben durch diese, wiedie G-schichre aller Volker zeiget, verdrungen undvergessen wurde — wenn, wie's lange bewiesen,der feine Luftgcdanke so schwer und spat ward,Schalle zu bilden und Töne zu mahle» — undmit ihm alsdann schon gleich der Geist der Gedan-kenbildcr verflog: die redenden Denkmahler ausObe-lisk, Stein, Altar, Säule, krümmten sich inschwache mit Vogelfüßen bemahlte Palmblätter —welch ein anderer Symbolgeist, der durch dies ganzeStück athmet! Der offenbar erst die simpelste Ab-bildung der Gedanken erfand, dazu das simpelsteBild der Natur, und die wahrste, bekannteste,wichtigste Abbildung wählte, mit der Genese Him-mels und dcr Erde, so wie mitten Fundgrubender Sprache und Bezeichnung rang — an deinsich alles, Bild und Sprache, nur selbst gebildetund fortgcbildet — wars nicht allein ein Harduin,der das in die schriftvollen Zeiten Moses, wo Bildund Zeichen schon abgelebt war, zu bringenwagte.
II. Wer hat die Gesetze, Stiftungen, An-ordnungen Moses, selbst die reine Sprache der