des Menschengeschlechts. 65
die ganze Schöpfung scheint zu trauren, zweckloszu genießen und nicht genossen zu werden — Wü-ste! ödes Gewimmel! der Puls der Schöpfungharret!
JstS möglich, ein solches Geschöpf, die Krone,die höchste sinnliche Einheit alles Sicht-baren! Wars: so gleichsam ein Nachbild,ein Repräsentant der Gottheit in sichtba-rer Gestalt. Wie wir uns den göttlichen Blick er-wägend, herrschend, gleichsam mit jedem Gedankennochmals schaffend denken: so dieser Untergott ein
Statthalter, ein Herrscher, — die Gottheit in sei-nem Bild — welch Geschöpf!
Die Gottheit berathschlagct — noch schlafen dieKräfte der neuen Schöpfung! — Diese Gestalt imBilde wäre sodann innig unendlich schöner, undlebender, als Fluren, Hain'und Gebirg' und Ely-sium! innig schöner und lebender, nlS Fisch undVögel, Gewürm und Thier oller Gattungen undArten! — In ihn gleichsam der Gedanke, dieSchöpfungs- und H errsch u n gs g a b e desUnsichtbaren gesenkt! — wie würde sein Blick!und Thal! Leben! Gestalt! — Was wäredie ganze Natur gegen diese menschliche Seele —>rathschlagcnd, wie er! — schaffend, herrschend, dassichtbare Ebenbild der Gottheit!
Rathschlag ist vollendet —
Gott schuf den Menschen, sein Bild!
Zum Gleichniß Gottes schuf er ihn;
Er schuf sie — Einen Mann! und Ein Weib!
Herders WerkeNel. u. Theol. V, E