des Menschengeschlechts. §3
Mich dünkt, sehr natürlich und fortgchend. Amersten Tage nech die ganze Erde mit Wassern be-deckt, nur von dem Lichte Gottes beglänzt: jetztschafft Gott Weite, dünnern, leercrn Raum,Sonderung zwischen Wassern und Wassern, dasist, als hübe er die obere lichte Wasserfläche him-melan : zwischen inne wird allweiter freier Luftraum :oben fließt ein blaues Meer, heißt Himmel: un-ten ein dunkleres, heißt noch der alte Ocean —die mittlere Weite ist gleichsam aus Glanz Was-ser, aus Feuchte und Licht gesponnen und gewölbet.
Schönes Bild der werdenden Atmosphäre! Wassind die sinnlichen Erfahrungen und Phänomene Luftund Himmels, als — Wasser und Licht? Wielange haben selbst unsere Demonstranten die Him-melsbläue aus solchem Glanzgcwebe durchfallenderSonnenstrahlen zwischen den dämmernden Lufträu-men erklärt? Ließen sich nicht eben so wohl oderübel die vornehmsten Eigenschaften der Luft, Flüs-sigkeit und Elasticität, Feinheit und Schwere dahererklären? Und, nochmals gefragt, dem sinnli-chen Gefühl, was sind alle Erscheinungen in ihr,als die in einem leichtern, lichtem, verdünnclcnWasserraume!
Der Himmel, der droben fließt, was ist er,klar oder wolkicht, dem menschlichen Auge, als einhöherer Ocean. Wenn er blau daher fließt, oderwenn die Wolken an ihm, wie Wellen oder Schläu-che ziehen — siehe ihn auf einem um dich allwei-tcn Meer an: siche ihn sich mit seinen ziehendenWellen etwa in diesem ruhigen Meere spiegeln —der Blick wird gleichsam im doppelten Ocean schwim-