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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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war dabei zu Muthe, wie einem Geizhalse, der sein znsammen-gescharrtes Gold mit keinem Andern theilen will.

Die ganze ewig lange Nacht hindurch wachte Ghita bei derLeiche ihres Geliebten: bald beugte sie sich über sie hi» mit einerZärtlichkeit, welche kein irdischer Wechsel zu vertilgen vermochte,bald bestürmte sie den Himmel mit ihrem Flehen um die Rettungseiner Seele. Nicht Einer erwachte, »m sie in dem stillen Gluckezu stören, das die Erfüllung dieser frommen Pflicht ihr bereitete,oder ihr Gefühl durch die Verwunderung und den Spott gemei-ner Menschen zu verletzen.

Ehe der Tag anbrach, schloß sie Ravnls Augen mit ihreneigenen Händen, bedeckte seinen Körper mit der französischen Flagge,welche sie auf dem Felsen liegen sah, und erwartete geduldig undvoll Resignation den Augenblick, wo ihr die Andern helfen wür-den, die letzte fromme Pflicht an dem Tvdtcn zu vollziehen. AlsKatholikin fand sie einen heiligen Trost in jenem schönen Glaubenihrer Kirche, der uns selbst bis zu dem letzten Augenblicke unseresDaseins das unaufhörliche Gebet für die Seelen der Dahinge-schiedenen gestattet.

Winchester war der Erste, welcher erwachte. Als er sich er-hob, schien er erstaunt, sich in dieser Lage zu finden: doch schonder nächste Blick verkündete ihm den vollen Umfang der Wahr-heit. Er näherte sich Ghita, und wollte sich eben nach RavnlsBefinden erkundigen, als er, von dem Ausdrucke ihrer engelgleichenZüge betroffen, seinen Blick auf de» Nebenliegenden warf undden Tod auf seinem bleichen Antlitze erkannte.

Es war jetzt nicht die Zeit, sich selbst oder Andere mit Vor-würfen zu quälen; er weckte seine Genossen nur leise und beinahemit andächtiger Miene, so daß an dem Orte die ruhige heiligeStille einer Kapelle herrschte.

Carlo Giuntotardi erbat sich bald darauf den Leichnam vonden Händen der Sieger. Es war kein Grund vorhanden, ihm diese