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Einflüsse dieser Verzweiflung zu »erharren. Ihre weiche Seelehatte zn oft und zu innig mit ihrem himmlischen Vater verkehrt,um nicht in allen entscheidenden Augenblicken ihres Lebens zuIhm ihre Zuflucht zu nehmen. Sie betete — heute Nacht wohlschon zum zehnten Male — und erhob sich ruhig, wenn nichtvöllig gefaßt, von ihren Kuicen.
Ghita's äußere Lage war nun eben so wild und düster,als ihrGcistinnerlich tief bewegt war. Alles rings um sie her schlief, und, für'sAuge wenigstens, eben so fest wie er, der erst dann wieder anfcr-stehcu sollte, wen» Land und Meer die Todtcn wieder von sich gä-ben. Die Aufregung und Anstrengung des voraugcgangcucu Tages' brachte ihre naturgemäße Rückwirkung mit sich, und selten hattesie so dringend das Bedürfnis; des Schlummers empfunden. DasFeuer brannte noch hell in der Nähe der englischen Bootsleute,und warf seine Strahlen quer über die Ruinen, über die verschie-denen Schläfer und den regungslosen Körper des Verstorbenen.Von Zeit zu Zeit ließen sich auch einige Stöße des heftig wehendenTramontana in der Niederung verspüren und fächelten die Flam-men, so daß der Glanz, der diesen Augenblicken folgte, der ganzenUmgebung des Ortes eine auffallende Wirklichkeit verlieh.
Ghita war übrigens noch immer zu tief bewegt, um etwasAnderes als ihren Verlust und die ruhelose Besorgnis; um den Geistdes Abgeschiedenen zu empfinden. Sie sah, wie selbst ihr Oheimschlief nnd sic mit Raoul gänzlich allein ließ. Einmal überkam siedas Gefühl ihrer Verlassenheit, und sie war im Begriff, einigeder Schläfer zu erwecken. Sie näherte sich dem Orte, wo derArzt ruhte, und schon war ihre Hand ausgestreckt, um diesen auf-zurütteln — da schoß ein Lichtstrahl über Raouls bleiche Züge,nnd sie bemerkte, das; seine Augen noch immer geöffnet waren.
Dem Tvdten näher tretend, beugte sie sich über seinen Körperhin nnd blickte lange und traurig in jene Fenster der Seele, welcheso oft von männlicher Zärtlichkeit für sie geleuchtet hatten: ihr