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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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sie Gott auch jetzt noch dafür, daß das, was vorgcfallcii war, sichwenigstens oor ihren Augen ereignet hatte, so daß sie ihren Geliebtenwenigstens in seinen letzten Stunden pflegen und ihn durch ihr Ge-bet aufrichten konnte. Wir würden eine Unwahrheit sagen, wenn wirbehaupteten, sie habe jetzt nicht die vollste Liebe, ja alle die Zärtlich-keit für Raoul gefühlt, welche den Hanptbestandtheil in dem Weseneines Weibes bildet) aber ihr Geist war jetzt auf das Schlimmste ge-faßt, nnd ihre Gedanken nur »och auf das Leben Jenseits gerichtet.

Eine lange Pause war vorhergegangen: Raonl hatte fortwäh-rend mit starrem Blick die Sternendecke über ihm betrachtet.

Es ist doch eigen, Ghita," begann er endlich,daß ich, RaoulZjvard der Kaper der Mann der Kriege nnd Stürme heftigerKämpfe nnd haarscharfer Todesgefahren hier auf diesem Felsensterben soll, während alle diese Sterne gleichsam auf mich herab-schanen nnd ans deinem Himmel auf mich herniederznlächeln scheinen."

Warum sollte er nicht dein Himmel so gut wie der meinigesein, Raoul?" erwiedcrte Ghita zitternd.Er ist eben so groß wieDer, der darin wohntdessen Thron er ist und vermag Allein sich zu fassen, die Ihn lieben nnd Seine Gnade suchen."

Glaubst du, ein Mann meines Gleichen werde vor SeinemAngesichte Zutritt finden, Ghita?"

O zweifle nicht daran: Er selbst ist ja frei von Jrrthnm undSchwäche, und Sein heiliger Geist erbarmt sich der Reuigen undBekümmerten. O thenerster, thenerster Raonl, wenn du nurbeten wolltest!"

Ein Strahl, fast wie Triumph, zuckte über das Antlitz desVerwundeten z Ghita erhob sich in dem Drange ihrer Erwartung,und stand über ihn hingebengt, während sich in ihren Zügen eineaugenblickliche Hoffnung anssprach.

älon keu-k'ollet!" rief Raonl, indem seine Zunge den vorüber-blitzenden Gedanken aussprach, der jenes Lächeln des Triumphs aufseinem Antlitz hervorgernfen hattedu wenigstens bist entronnen!