Masten zn flattern begann. „Der Westwind hat sich eingestellt»nd wir dürfen jetzt nur aufbrecheu. Nehmt Vernunft an, Ka-pitän, und laßt uns anslanfen!"
Ravnl war betroffen; er schaute nach dem Himmel, nach derWimpel und auf die Oberfläche des Wassers: letztere fing schon an,sich leicht zu kräuseln. Dann wauderte sein Auge gegen Ghita.
Das Mädchen hatte sich von den Kuieen erhoben und ihreBlicke folgten jeder seiner Bewegungen. Als sie seinem Auge be-gegneten, deutete sie mit süß flehendem Lächeln aufwärts, als obsie ihn bitten wollte, jenem erhabenen Wesen, das ihn bis jetztunverletzt durch den Kampf geführt hatte, die Schuld der Dank-,barkcit zn entrichten.
Er verstand ihre Meinung, warf ihr mit zärtlicher Galanterieeine Kußhand hinüber, und wandte sich dann gegen Jthnel, umdas Gespräch fortznsetzen.
„Es ist zn bald," bemerkte er. „Wir sind hier unbezwingbar,und der Wind ist noch zn leicht. Eine Stunde später gehen wirAlle zusammen."
Jthnel murrte verdrießlich, doch sein Kommandant beachteteihn nicht; denn er hatte ganz richtig genrtheilt, indem die Boote,der Gefahr trotzend, sich bereits wieder ans Gewehrschnßweite ver-sammelten und den Angriff vffenbar erneuern zn wollen schienen.In einem solchen Augenblicke die Flucht zn versuchen, hätte offenbarnichts anderes geheißen, als den großen Vortheil der Ruinen auf-zngeben und Alle ohne irgend einen Nutzen in Gefahr zn stürzen.
In der That begann jetzt Sir Fredcrick Dashwvod auf's Leb-hafteste zn fühlen, welche Schmach ihn treffen mußte, wenn derLugger entkäme und ihn der Ehre beraubte, denselben gefangen ge-nommen zu haben. Der junge Mann hatte jetzt mit einem Male diegewöhnliche Apathie seines Wesens abgeworfen, und gleich allenNaturen, welche schwer zn erregen sind, mar er nun, da seineEnergie einmal erwacht schien, keineswegs gering anzuschlagen.