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Raoul versäumte keinerlei Vorsichtsmaßregeln. Es war mittler-weile so hell geworden, daß er recht wohl bemerken konnte, wie vonSalerno her eine Felncke unterwegs war, welche die Landbrise oderwas noch davon übrig geblieben — znm Auslaufen benutzt hatte.Er schickte Jthnel mit einem bewaffneten Boote ab, um sie zu neh-men und bis zu den Klippen heranznbringen: dieß geschah in derdoppelten Absicht, um die Prise entweder, wenn es möglich wäre,znm Flottmachen seines eigene» Schiffes zu benützen oder im äußer-sten Falle mit ihrer Hilfe nach Frankreich zu entrinnen.
Er ließ sich übrigens nicht herab, seinen Leuten diese Beweg-gründe zu erklären, und ebensowenig wagten sie, ihn darum zu befra-gen. Er handelte jetzt ganz, wie es einem Kommandanten in einemverzweifelten Nothfalle ziemte. Selbst die angeborene Schwatzhaftig-keit seiner Landsleute vermochte er wirksam zu unterdrücken: stattihrer herrschte das tiefe, aufmerksame Schweigen einer vollkommenenDiseiplin, welches ihm bei seinen Scennternehmnngen schon so ofteinen ungewöhnlichen Erfolg gesichert hatte. Eben jener Mangel anStille nnd Aufmerksamkeit ist cs, dem das vielfache Unglück zur Seezngeschrieben werden darf, welches nnläugbar ein Volk befallen hat,das sich sonst durch Mnth und Unternehmungsgeist auszeichnet. Weres gut mit ihm meint, wird übrigens mit Freuden erfahren, daß diesesUebel sich in neuerer Zeit in bedeutendem Maaße vermindert hat.
Sobald das Boot zur Eroberung der Felncke abgeschickt war,wurde auch die Jolle in's Wasser gebracht, nnd Raoul fing jetztan, in eigener Person die Lage des Luggers zu untersuchen.
Die Sircncnfclsen, wie die Jnsclchcn bis auf den heutigen Taggenannt werden, erheben sich weit genug über die Oberfläche derSee, um auf ziemliche Entfernung siebtbar zu sein; da sie jedochmit der Küste in einer Linie liegen, so hätte es den Ansguckcrnauf dem Irrwische, selbst wenn sie munter gewesen wären, sehrschwer fallen müssen, sie damals, als das Schiff aufrannte, zuunterscheiden. Das zunehmende Tageslicht setzte aber jetzt die