zukünftigen Heils — dann suche Ghita: du wirst sie so finden,wie du sie dir wünschest."
Raoul streckte seine Arme aus, nm das liebende Mädchen anseine Brust zu schließen: doch, als ob sie sich vor sich selbstscheute, wich sie ihm ans, und floh eilig den Pfad entlang, wiewenn sie verfolgt zu werde» fürchtete.
Der junge Man» blieb eine» Augenblick stehen, und war halbund halb zu folge» geneigt) daun aber gewann wieder die Vernunftdie Oberherrschaft, und er dachte au die Nothwendigkeit, noch wäh-rend der Nacht einen sicheren Zufluchtsort zu erreichen. Noch zeigtedie Zukunft eine Hoffnung, und diese Hoffnung gebot ihm, andereGelegenheiten aufzusuchen, nm seinen Plan doch noch durchzusetzen.
Aber Raoul Avard, so hoch er auch seine Geliebte verehrte,kannte Ghita Caraccioli doch nur sehr wenig. Sie mar allerdingsvoll weiblichen Gefühls, und ihr Herz für ihn insbesondere mitder innigsten Zärtlichkeit erfüllt: aber die Verehrung, welche sieGott weihte, trug jenen unerschütterlichen Charakter an sich, derbis au's Ende ausdauert. In Allem, was sie sprach und fühlte,war sic die Wahrheit selber: keine falsche Scham hieß sie ihreNeigung verläugnen, aber dabei hatte sie alle ihre Vorsätze gleich-sam in einen geistlichen Panzer eingehüllt, der sie für alle An-fechtungen der Welt unbezwiuglich machte.
Unser Held fand Jthuel mit völliger Sorglosigkeit im Booteschlafend. Der Granitmaun kannte seine Lage vollkommen, und daer eine lauge Ruderpartie voraussah, so hatte er sich gemächlichauf der hintern Spiybank der Jolle niedergelegt, und schlummerteso ruhig, als er nur je in seiner Hängematte auf dem Irrwischgethan hatte. Es kostete sogar ziemliche Mühe, ihn aufznwecken,und nur widerstrebend ergriff er das Ruder.
Ehe Raoul die Felsrinne Hinabstieg, hatte er von der Klippe obeneinen Blick auf das Wasser geworfen. Er lauschte aufmerksam, ob ernicht von den englischen Booten einen Laut heraufschallen hörte —