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„Dränge mich nicht, thcnrer Raonl — cs kann ja doch nimmer-mehr sein. Ich habe dir bereits gesagt, welche Kluft zwischenuns liegt: du willst sic nicht überspringen, um zu mir zu ge-langen; ich kann es nicht thnn, um dich zu gewinnen. NichtsAnderes als sie konnte uns trennen: aber sie wird auch in mei-nen Augen mit jeder Stunde breiter und tiefer."
„Ach, Ghita, du täuschest mich und dich. Wäre deine Liebeso stark, wie du glaubst — kein irdischer Grund könnte dich ver-leiten, mich von dir zu weisen."
„Es ist ja kein irdischer Grund, Raonl; er steht höher alsdie Erde und Alles, was sie enthält."
„?este! Diese Priester sind die Geißeln, die den Menschen injeder Gestalt quälen. Unsere Kindheit trüben sie mit harten Gebo-ten, gewöhnen die Jugend an Bitterkeit und Härte, und machen unsabergläubisch und kindisch im Alter. Ich wundere mich nicht, daßmeine braven Landsleute sie ans Frankreich vertrieben haben: siethaten ja doch nichts, als schlingen wie die Heuschrecken und dieHerrlichkeiten der Vorsehung durch ihren Anblick entstellen."
„Raonl, du sprichst von den Dienern Gottes!" bemerkte Ghitäsanft, aber traurig.
„Verzeihe mir, theuerste Ghita: die Geduld verläßt mich, wennich bedenke, welche Kleinigkeit uns anseinanderzureiße» droht. —Du gibst vor, mich zu lieben?"
„Es ist nicht ein Vorgeben, Raonl, sondern reine und, wieich furchte, peinliche Wirklichkeit."
„Wer sollte glauben, daß ein so freimnthiges Mädchen, derenHerz so zart, deren Seele so wahrhaftig ist, sich durch unterge-ordnete Rücksichten von dem Manne ihrer Wahl trennen ließe!"
„Es sind nicht untergeordnete Rücksichten, sondern Dinge vonder höchsten Bedeutung, Raonl. O, daß ich dich davon überzeugenkönnte! Die Frage ist die, zwischen dir und meinem Gotte zu