in dem Anblick einer Landschaft, die selbst in diesem merkwürdigenTheile der Erde noch besonders hervorstach.
Das Schiff stand Amalfi gerade gegenüber n»d war kaum eineMeile vom Ufer entfernt. Man hegte die Absicht, mit einigenFischerlenten zu verkehren, die man unterwegs getroffen hatte; alleNachrichten, die man von ihnen einzog, bestätigten die Thatsache,das kein dem Lugger ähnliches Fahrzeug in der Bai gewesen war.Das Gallion des Schiffes wurde nun süd- und westwärts gestellt,um den Zephyr abzuwarte», der in Kurzem eintreten mußte.
Bon den überhängenden Felsen ans gesehen, erschien die statt-liche Fregatte in Allem, nur nicht in Symmetrie und kriegerischemAnfpnye — wie ein kleines Kauffahrteischiff, denn die ganze Umge-bung dieser Küste war in so großem Maaßstabc geformt, daß sich jedesGebilde von Menschenhänden dem Auge ungewöhnlich klein darstellenmußte. Auf der ander» Seite sah mau Landhäuser, Kirche», Ein-siedeleien, Klöster und Dörfer in gleich trügerischen Formen an denAbhängen des Gebirges klebe», wodurch aber die ganze Sceuerieeinpn Charakter der Ueppigkeit erhielt, der den Zuschauer lauge imZweifel ließ, ob er die Wildheit oder die pittoreske Schönheit desGanzen mehr bewundern sollte. Das schwache Lüftchen, das nochwehte, kam aus Süden, und als das Schiff langsam an dieser soausnehmend anziehenden Landschaft vorüberglitt, schien jeden Ab-hang eine Stadt, jeden Felsvorsprung eine menschliche Wohnungund jede natürliche Terrasse eine Villa nebst Garten zu krönen.
Unter allen Sterblichen werden Seeleute am frühesten gleich-gültig gegen die Eindrücke, welche der Anblick neuer, schöner Ge-genden in uns hervorruft. Es scheint theilweise zu ihrem Berufezu gehören, alle die Empfindungen eines unerfahrenen Jünglings zuunterdrücken, und so kommt es, daß sie im Allgemeinen alles Außer-gewöhnliche mit dem Gleichmnthe von Leuten betrachten, welche esals ein Zngeständniß der Schwäche ansehen, wenn man überhauptUcberraschung laut werden läßt. Selten begegnet es ihnen, daß