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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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Wirklich? dann scheine ich, was ich nicht bin. Ich bin imGranitstaate in Nordamerika geboren. Meine Väter zogen inlängstvergangenen Zeiten in jenes Land, um ihre religiösen An-sichten aufrecht zu erhalten. Das ganze Land da herum hält mitunbegreiflicher Hartnäckigkeit auf seine Vorrechte."

Jthuel Bolt, kennt Ihr den Gefangenen die Person mitNamen Raonl Ivard?"

Jthuel war einigermaßen in Verlegenheit, wie er diese Fragebeantworten sollte. Trotz des hochherzigen Beweggrundes, der seineVäter in die Wildnis; geführt .hatte, ja trotz der hohen persönlichenMeinung, die er von seinen eigenen religiösen Vorzügen hegte, wardoch der Eid, seit dem Tage, da er zum ersten Male mit einemZollhanse Bekanntschaft gemacht hatte in seinen Augen zu einerArt wandelbarer Verbindlichkeit geworden. Ein Mann, der schonso manche falsche Waarendeclaration beschworen hatte, durfte dochnicht leicht an einer Kleinigkeit straucheln, wenn er einem Freundedamit einen Dienst erwies; andrerseits aber konnte er auch durchAbläugnen der Bekanntschaft seine eigenen Aussagen in Mißkreditbringen und sich selbst außer Stand setzen, Raonl vielleicht ineinem wichtigeren Punkte nützlich zu sein.

Bei ihm wie bei dem Franzmann war ein seltsamer innererWiderstreit zu bemerken, denn während er selbst, der sich dochauf seine frommen Altvordern und seine eigene gottessürchtige Er-ziehung so Vieles zu gut that, ein ausnehmend biegsames Gewissenhatte, würde Raonl dem Glauben nach beinahe ein Atheistselbst die geringste Lüge verschmäht haben, sobald er sich in einerLage befand, die seine Ehre berührte. Im Punkte der Kriegslistenwaren Wenige feiner oder mehr zu deren Benützung geneigt alsRaonl Ivard; hatte er aber die Maske einmal bei Seite gelegtund sich selbst zu der angebornen Würde seines Charakters zurück-gewendet, so würde ihm selbst der Tod keine Doppelsinnigkeit er-preßt haben. Jthuel dagegen hatte eine wahre Zuneigung für jede