ist, solche Schiffe zu betreten," fiel Raoul hastig ein; „um ihret-halben muß ich euer Zartgefühl beschwören. Laßt die Männeran Bord kommen, wenn ihr's für nöthig erachtet; aber die Sig-norina kann keinenfalls an der Fregatte heranfsteigcn!"
„Wir wollen schon dafür sorgen, Monsieur Ivard; besondersda Ihr Euch so sehr für die Bequemlichkeit der Dame zu interesstrenscheint. Für jetzt verlangt meine Pflicht, Euch unter den Gewahr-sam einer Schildwache zu stellen, und damit Euch dieß so wenigals möglich verletzen möge, so will ich für heute Nacht wenigstensdiese Kajüte zu Eurem Gefängnisse bestimmen. - Gebt demgemäßdem Marineoffizier Eure Befehle, Mr. Griffin."
In wenigen Minuten wurde eine Schildwache in die Vorder-kajüte postirt und Raoul unter deren Obhut gestellt. Erst dannkehrten die Offiziere auf das Quarterdeck zurück.
Diese ganze Zeit über blieben Jthnel und seine Begleiter inder Jolle ihren eigenen Gedanken überlassen, welche nichts wenigerals erfreulicher Natur waren. Die ganze Verhandlung auf derFregatte war so ruhig vor sich gegangen, daß sie unmöglich aufden eigentlichen Sachbestand verfallen konnten: nur Ghita warvoller Ahnungen und Besorgnisse. Die Fregatte hatte ihr Boot,wie schon von Raoul bemerkt worden, so rasch am Schlepptaumit sich fortgezogen, daß sie sich jetzt auf eine Meile Entfernungihrem Landungsplätze gerade gegenüber befanden, und dennoch warauf dem Schiff kein Zeichen zu bemerken, daß es in seiner Ge-schwindigkeit Nachlassen wolle: auch erschien Niemand auf denLanfplankcn, um mit ihnen zu sprechen.
Endlich hörte man einen heiseren Ruf von dem Verdecke herab-tönen und das Schiff begann die Segel zu verkürzen. Das Vor-marssegcl wurde beigehalt, der Brodwinner aufgegeit; die Bram-segel wurden gerefft und beschlagen, die Obcrbramsegel deßgleichen,und im nächsten Augenblick war die Proscrpina auf ihre drei Mars-segel und den Klüver reduzirt.