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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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und doch noch so nahe, daß man ihn in weniger als einer Stundeerreichen konnte.

Je weiter das leichte Boot gegen die Küste vordrang, destomehr gewann Ghita ihre Fassung wieder. Sie trocknete ihreThränen und schaute sich verwundert um, als ob sie fragen wollte,wohin ihr Freund sie zu führen gedenke.

Ich will dich nicht fragen, Raonl, warum du in diesem Augen-blicke hier bist, noch woher du gekommen," begann sie endlich;aberdarnach darf ich mich wohl erkundigen, wohin du uns jetzt ebenführen willst? Unsere Heimath ist in St. Agata auf den Höhenoberhalb Sorrento an der ander» Seite des Golfes. Jedes Jahrgehen wir dorthin, um einen Monat bei der Schwester meiner Mutterzuznbringen, welche dieß von unserer Liebe dringend verlangt."

Wenn ich das Alles nicht schon wüßte, Ghita, so würde undkönnte ich nicht hier sein. Ich habe das Landhänschen deinerTante noch heute heimgesncht, bin dir nach Neapel gefolgt, hörtevon der Untersuchung und Vernrtheilung des Admirals, und be-griff recht wohl, wie diese Nachricht dein Herz ergreifen mußte;ich verfolgte deine Spur bis zn dem englischen Admiralschiffe,und erwartete dich vor der Minerva, wo du mich auch gefundenhast, nachdem ich den Mann, der dich herübergerudert, zuvorglücklich fortgebracht. Das Alles hat sich so natürlich gefügt,wie das Gefühl, das mich veranlaßte, mich noch einmal in desLöwen Rachen zu wagen."

Der Krug geht so lange zum Brunnen, Raonl, bis er end-lich bricht," sprach Ghita einigermaßen im Tone des Vorwurfs,obgleich sie unmöglich verhindern konnte, daß ihre Zärtlichkeitdennoch aus ihren Worten heransklang.

.Du weißt Alles, Ghita. Nach mondenlangcr Beharrlichkeitund einer Liebe, wie sie wohl selten ein Mann gefühlt, hast dudich kalt und bestimmt geweigert, mein Weib zu werden hastden Monte Argentaro ausdrücklich deßhalb verlassen, um meiner