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neunzehn Jahren — traten in's Zimmer. Ersterer war ein Mannvon einfachem Aenßeren, mit zerstreuter Miene und zu Boden ge-schlagenen Blicken; Letztere besaß den ganzen Ausdruck, die Schön-heit, Natürlichkeit und Grazie in Miene und Haltung, wodurch sichGhita Caraccioli so besonders anszeichnete. Mit einem Worte,die beiden Gäste waren Carlo Ginntotardi und seine zarte Nichte.
Die Bescheidenheit und Lieblichkeit des Mädchens mußten Nelsonsehr anffallen, denn er bot ihr voll Artigkeit einen Sitz an, wäh-rend er selbst und Cnffe, wie bisher, stehen blieben.
Nach einigen Versuchen, sich verständlich zu machen, mußtedieser gefürchtete Admiral bald erkennen, daß er eines Dolmetschersbedurfte, da seine Gäste nicht englisch sprachen, und seine eigeneKenntniß des Italienischen zu unvollständig war, als daß er darinnur einigermaßen ein zusammenhängendes Gespräch hätte führenkönnen. Er zögerte einen Augenblick und ging dann an die Thüreder inneren Kajüte, eines Gemachs, wo sich die ganze Zeit übereinzelne Stimmen — darunter auch eine weibliche —hatten vernehmenlassen. Hier lehnte er einen Augenblick, wie unentschlossen, an demBretterverschlag; dann begann er endlich seine Wünsche zu äußern.
„Ich muß Euch um einen Dienst ersuchen, den ich mir untergewöhnlichen Umständen nicht zu erbitten einfallen ließe," sprach ermit einer Sanftheit in Stimme und Wesen, welche bewies, daß diePerson, an die er sich wendete, einen langgewohnten Einfluß aufihn ansübte. „Ich bedarf eines Dolmetschers zwischen mir unddem zweitschönstenweiblichenWescnimKönigreicheNeapel; ick kenneNiemand, der hiezu tauglicher wäre, als die Königin der Schönheit."
„Bon ganzem Herzen, thenrer Nelson," antwortete eine volle,klangreiche Frauenstimme von innen. „Sir William ist mit seinenAltcrthümern beschäftigt, und ich fing eben an, ans Mangel anUnterhaltung mich zu ennuyiren. Vermuthlich habt Ihr als Lord-Großkanzler der Flotte ein Unrecht zu richten, durch das eineDame beleidigt wurde."
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