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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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Dreizehntes Kapitel.

Wenn jemals bess're Tage Ihr gesehen,

Wenn Glocken Ihr zur Kirche hörtet läuten;

Wenn Ihr mit einem Ehrenmann zu Tische saßet,

Wenn von den Wimpern eine Thrän' Euch rann .

Wenn Euch bekannt, wie süß das Mitleid-Geben und Empfangen,Dann laßt hier für mein Fleh'n mich Gnad' erlangen!

Shakespeare.

Es wird nunmehr nothwcndig, in der Zeit weiter zn ruckenund den Schauplatz unserer Erzählung nach einem andern, wenngleich nicht fernen Theile desselben Mittelmeeres zn verlegen.

Der Leser stelle sich im Geist an die Miindnng eines weitenGolfes, der fast in jeglicher Richtung seine sechzehn bis achtzehnMeilen messen mag: seine Einfassung ist mit vorspringcnden Vor-gebirgen und znrücktrctenden Krümmungen ausgezackt, und dieTiefe des Ganzen mag vielleicht die größte Breite, wie wir sieangaben, noch in etwas übertrcffen. Dann wird er denjenigenStandpunkt einnehmcn, wo wir ihm eines der schönsten Panora-ma's der Erde vor Angen stellen wollen.

Zn seiner Rechten erhebt sich ein hohes, felsiges Eiland vvndunklem Tuffstein, das bei aller Großartigkeit seiner Formen durchseine lachenden Weingärten und üppigen Ortschaften einen heiterenAnblick gewährt dessen Interesse durch die Ruinen, welche anEreignisse ans der fernen Zeit der Cäsaren erinnern, noch ver-mehrt wird. Ein schmaler Arm des blauen Mittelmceres trenntdiese Insel vvn einem kühn hervortretenden Kap des Hauptlan-des; dann folgt eine Reihe malerischer, mit Dörfern bedeckterHöhen und Thälcr, die durch eine kühne und zugleich sanfte Sce-nerie gehoben und durch Einsiedeleien geschmückt werden, welchein der Sprache des Landes den Namen Camaldolis führen biswir zu einem Städtchen gelangen, das auf einer mehrere hundertFuß über das Wasser emporsteigeuden, auf Tuffstein ruhendenEbene liegt, und dessen Häuser sich bis dicht an den Rand der