236
was nicht ganz richtig ist; es scheint uns immer näher zn kommen,während es doch im Wasser nicht weiter vorrückt. Der letztereUmstand kommt mir bei einem Schiffe, das in einer solchen Brisealle Segel eingesetzt hat, ziemlich unnatürlich vor."
Raoul drückte Ghita die Hand und bat sie flüsternd, in dieKajüte hinab zn gehen, da er fürchtete, daß die Nachtlicht ihrschaden könnte. Dann begab er sich nach vorn, wo er die am Landhinziehende Felucke, so gut es die Dunkelheit der Nacht erlaubte,beobachten konnte. Als er bemerkte, wie nahe sie dem Lugger ge-kommen war, konnte er ein Gefühl der Unruhe nicht unterdrücken.
Das letzte Mal, als er die Stellung der Felucke beobachtethatte, war sie noch eine volle halbe Meile entfernt gewesen; damalsschien es, als ob sie an dem Irrwisch vorübersegeln wollte, und derWind war stark genug, um sie in der Zwischenzeit eine gute Meilevorwärts zn treiben — dennoch mußte er jetzt bemerken, daß sienicht so wohl in dieser Richtung gesteuert, als vielmehr währenddieser Zeit dem Lugger sich genähert hatte.
„Hast du sie lange beobachtet?" fragte er Den aus New-hampshire.
„Bon dem Augenblicke an, da sie still zu stehen schien, unddies; ist etwa zwanzig Minuten. Sie muß vermuthlich recht schwer-fällig sein, denn sie braucht mehrere Stunden, um eine Meile zu-rückzulegen, und doch ist der Wind so stark, daß ein solches Fahr-zeug recht gut seine drei Knoten machen könnte. Daß es ans dieseArt gegen uns herankommt, ist leicht zn erklären, denn von demFlusse geht eine bedeutende Strömung aus, wieJhr an dem Kräuselndes Wassers unter unserem eigenen Brustholze bemerken könnt:aber ich sehe nicht, was das Schiff zu gleicher Zeit am Vorwärts-steuern hindern sollte. Ich habe den Burschen vor wenigstens einerViertelstunde an dem Punkte dort in's Auge gefaßt, wo Ihr amFuße des nächsten Gebirges jenes Licht bemerkt, und es ist seitdemnicht fünfmal so weit vorgerückt als seine eigene Länge beträgt."