218
Zustand des Mastes ließ das Wagstück kaum als räthlich erschei-nen, und überdies; konnten ihm die Löcher in der Leinwand stattder Reffbänder dienen, um die Wucht des Windes zu vermindern.
Während dieser vier Stunden mochten die beiden Schiffe inihrer seitherigen Entfernung kaum um einen halben Knoten differi-ren, was, trotzdem daß sw in dieser Zeit mehr als dreißig MeilenWegs znrücklegten — seinen Grund in der mißlichen Lage des Jrr-wisches hatte. Sic hatten sich mittlerweile der Küste von Corsikain raschem Laufe genähert; die schneebedeckten Gebirgsspitzen die-ser Insel, obwohl noch manche gute Meile im Innern des Landesgelegen, schimmerten im Strahle der Nachmittagssvnne vor ihrenBlicken. Eine Stunde vor Sonnenuntergang war auch die Ge-staltung der Küste deutlich sichtbar geworden, und Raonl hatte sichseine Landmarken gemerkt, wornach er den Fluß anffinden konnte,in welchen er einznlanfen beabsichtigte.
Die östliche Küste von Corsika leidet in eben demselben GradeMangel an guten Buchten und Häfen, als die westliche deren imUeber-flnß besitzt, und unter gewöhnlichen Umständen würde man den Goto,nach welchem der Lugger jetzt seinen Kurs hinlenkte, wohl schwerlichals einen schützenden Ort ausgesucht haben. Naonl war aber schoneinmal in seiner Mündung vor Anker gelegen, und hielt gerade diesenPunkt für den passendsten, um seinem Feinde zu entschlüpfen. DerFluß war an seiner Ansmnndung voller Untiefen, welche, wie Raonlrichtig schloß, Kapitän Cnffe wohl zur Vorsicht nöthigen würden.
Je mehr der Abend hereintrat, desto mehr verminderte sichdie Stärke des Windes, und von diesem Augenblicke an verlor dieMannschaft des Luggers all' ihre Besorgnisse. Die Spieren hattenbis jetzt Stand gehalten, und Naonl zauderte nun auch nichtlänger, seinen zerschossenen Hauptmast mit neuer Raa und frischemSegel zu versehen: beide waren alsbald eingesetzt, und ohne Ver-zug wurde mit der Ausbesserung angefangen.
Der Lugger entwickelte nun eine Ueberlegenheit im Segeln,