Lüftchens war sein Lauf, wie gewöhnlich, so rasch, daß er immerdrei Schritte machte, bis die Fregatte deren zwei znrücklegte.
Ucbrigens war die Stunde einem Anhalten der Brise keines-wegs günstig, und zehn Minuten später würden selbst die schärfstenSinne nicht im Stande gewesen sein, auch nur den leisesten Lnft-hanch auf der Oberfläche der See zu entdecken. Ein solches Auf-flackcrn der Lampe — das letzte vor dem Erlöschen — -war ganzgewöhnlich, und Raonl wußte jetzt gewiß, daß vor dem Eintrittedes Westwindes kein weiterer Luftzug an diesem Tage zu verspü-ren sein würde.
Demgemäß ließ er alle Segel einhissen; ein Zeltüberhang wurdeüber dem Verdecke ansgebreitet, und die Mannschaft erhielt Erlanb-niß, sich's bequem zu machen. Auch die Fregatte schien dafür zuhalten, daß jetzt für die Schiffe so gut wie für die Menschen derAugenblick der Siesta gekommen sei, denn Bram- und Oberbram-segel wurden alsbald beschlagen, Klüver und Brodwinner aufgcgeitund die großen Segel eingehißt, so daß die ganze Maschine inKurzem so regungslos dalag, als ob sic ans einer Klippe aufge-fahren wäre. Beide Schiffe waren kaum etwas über Kanonenschuß-weite von einander entfernt, und unter anderen Umständen würdedas größere wohl für passend erachtet haben, das kleinere mittelstder Boote anzugreifen; doch die so eben ertheilte Lection war denFranzosen ein genügendes Unterpfand gegen jede Erneuerung einessolchen Versuches, und sie erwiesen der Tapferkeit ihres Nachbarskaum die Anerkennung, denselben noch ferner zu bewache».
Eine halbe Stunde später kam Winchester auf das Schiff zurück:er selbst hatte eine Verwundung am Bein davongetragen, seineMannschaft war entmnthigt und erschöpft, und man fand jetzt, daßdie ganze Unternehmung sieben braven Leuten das Leben gekostet undfünfzehn weitere für den Augenblick dienstnnfähig gemacht hatte.
Sobald Kapitän Cnffe bemerkt hatte, wie der Lugger mit ans-gebreitetcn Segel» und in der schönsten Verfassung gegen die Fclncke
13 *