182
Fregatte in offener See für ein feindliches Schiff gelte. Ein leich-ter Südwind, der von acht bis nenn Uhr anhielt, erlaubte derFregatte noch etwas weiter in die See hinans zn steuern, währendfle scheinbar ans dem Bereiche der Gefahr zn kommen suchte.
Sv lange der eben erwähnte Südwind andanerte, hielt RaonlAvard nicht für gerathen, weder mit Halsen noch Schoten znsteuern, wie man dies; mit einem Seemannsausdrucke nennt'-). DerIrrwisch blieb unveränderlich in seiner Richtung, und wenn man anirgend einem Punkte der Küste einen Kompaß auf ihn gerichtethätte, so würde man gefunden haben, daß sein Kurs diese ganzeZeit über nicht »m einen einzigen Grad von jener Linie abwich.
Während dessen war aber auch Winchester, von derselben Brisebegünstigt, mit der Uiviua krovicienra — der Felncke, die ergemicthet hatte — ans dem Hafen ausgelaufen, und hatte das Vor-gebirge, anscheinend unter dem Schutze der Kanonen, die dasselbekrönten, umsegelt, so daß er Schlag zehn Uhr, gerade in demAugenblicke, da ans dem Lugger der Mann am Steuer abgelöstwurde, Raoul und seinen Gefährten zu Gesicht kam. Auf demVerdeck der Felucke waren nur acht bis neun Mann sichtbar, allein die Tracht der Italiener mit Mützen und gestreiften Leinwand-hemden gekleidet; fünfnuddreißig Mann waren im Kielraum versteckt.
So weit blieb Alles den Wünschen Kapitän Cuffe's und seinerGefährten günstig. Die Fregatte war ungefähr eine Meile vondem Lugger und halb so weit von der Divina Providenza entfernt;die letztere lief ganz munter in die See hinaus, und kam nach undnach in eine solche Lage, daß es für die Proserpina ganz vernünftigund natürlich erschien, wenn sie ihre Boote zur Jagd gegen diesel-ben abschickte, während die Art und Weise, wie sie dem Luggerallmählig näher kam, nicht wohl Mißtrauen erregen oder im Ge-ringsten absichtlich erscheinen konnte. Auch der Wind war mitt-
') D. h. weder Back, noch Steuerbord abzuhalten.") Auf deutsch: „göttliche Vorsehung".
D. U.