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Zurückhaltung anferzogen worden, wie sie junge Italienerinnen vonStand in ihrem äußeren Benehmen charakterisirt — eine Zurück-haltung, welche hier vielleicht in demselben Grade zu stark hervor-tritt, als sic bei jungen Amerikanerinnen wohl allzu sehr vermißtwerden könnte. Dafür aber hatte sie Alles gelernt, was Wohlan-ständigkcitnnd zarte Sitte, sowohl um der Schvnheitals der Sicher-heit willen, von ihr verlangte, und ihr Verstand hatte ihr bereitseingeschärft, wie unpassend, wenn nicht gar unschicklich es erschei-nen müßte, wenn ein Mädchen in ihrer Lage als Passagier ansein Kaperschiff ginge, besonders wenn dieses von ihrem anerkann-ten Liebhaber befehligt würde. Ans der andern Seite betrug dieEntfernung zwischen Porto Ferrajo und den schon erwähntenThürmcn blos ungefähr fünfzig Meilen, und wenige Stundenmochten genügen, um sie unversehrt unter ihr eigenes Dach und— was eben damals in ihren Angen weit wichtiger war — Raoulsicher aus dem Hafen zu bringen.
Alle diese Umstände hatte sie bereits erwogen, und war dem-gemäß ans den Vorschlag, der ihr so eben gemacht worden, gehö-rig vorbereitet.
„Wenn mein Oheim und ich dieses cdelmüthige Anerbieten an-nehmen könnten, mann würde es dir gelegen sein, unter Segel zngehen, Raonl?" fragte das Mädchen. „Wir sind bereits länger abwe-send, als wir beabsichtigten — länger, alswir eigentlich gesollt hätten."
„In einer Stunde, wen» nur ein bischen Wind vorhandenwäre. So aber siehst du, Ghita, wie es steht — der Zephyr hatzu wehen anfgehört, und fast scheint's, als ob in ganz Italien jedesLüftchen sich znm Schlummer nicdergelegt hätte. Sobald wir'sirgend im Stande sind, gehen wir unter Segel — darauf kannstdu dich verlassen. Im Nothfall können wir uns auch der großenRuder bedienen."
„Sv will ich denn mit meinem Oheim sprechen und ihm sagen,daß ein Schiff zur Abfahrt bereit ist, und daß wir am besten mit