Druckschrift 
14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

nicht eben hierdurch so bewunderungswürdige Beweise von EurerGewandtheit und Tüchtigkeit als Seemann erhalten hätten," er-wiederte Andrea mit geziemender Freundlichkeit.Als ich Euchscheiden sah, hegte ich in der That die Besorgnis;, daß wir wohlniemals wieder das Vergnügen Eures Besuches genießen wurden.Aber wie bei Eurem englischen Sir Cicero mag sich auch bei Enchder zweite leicht noch angenehmer als der erste gestalten."

Raonl lachte, und ließ sich sogar so weit herab, ein klein we-nig zu erröthen; dann aber schien er sehr ernstlich über einenwichtigen Gegenstand nachzudenken. Ein Lächeln spielte zu wie-derholten Malen um seinen hübschen Mund; dann nahm er plötz-lich eine Miene seemännischer Offenheit an und machte seiner vor-herrschenden Empstndnng in Worten Raum.

Signor Vicestatthalter, ich bitte für einen Augenblick um die>Gnnst einer geheimen Unterredung; Signor Vito Viti, laßt unsgefälligst nur einen einzigen Moment allein. Ich bemerke,Signore," fuhr Raonl fort, während er mit Andrea etwas bei-seite trat,daß Ihr meine kleine Prahlerei mit unserem engli-schen Cicero nicht so leicht vergessen könnt. Was mögt Ihr aberBesseres verlangen? wir Seeleute werden noch als Kinder zurSee geschickt und verstehen uns nur wenig auf Bücher. Meintrefflicher Vater, Mylord Smeet, ließ mich i» meinem zwölftenJahre auf eine Fregatte bringen, dies; ist, wie Ihr selbst zn-geben werdet, ein Alter, wo man von Cicero's, Dante's oderCorneille's nur sehr wenig wissen kann. So geschah es denn,daß, als ich einen Gentleman vor mir sah, dessen Ruf als Ge-lehrter weit über die Gränzen dieses Eilandes, das er auf sobewunderungswürdige Art regiert, gedrungen ist ich michdurch einen übel angebrachten Ehrgeiz zu einer Thorheit verlei-ten ließ, die er jetzt nur schwer verzeihen kann. Wenn ich auchvon Namen gesprochen habe, von denen ich nichts verstehe, somag dies; eine Schwäche sein, der wohl mancher junge Mann