115
Smees" wurde doch nicht ermangeln, „Sir Brown" bei dem Be-suche zu begleiten, den der würdige Statthalter auf's Bestimm-teste im Laufe der nächsten paar Stunden zu erhalten hoffte.
Die Gesellschaft begann sich nun zu zerstreuen, und Raoul sahsich bald seinen eigenen Gedanken überlassen, die gerade in diesemAugenblicke nichts weniger als angenehmer Natur waren.
Die Stadt Porto Fcrrajo ist durch den Felsen, an dessen Fußesie liegt, durch ihre Festungswerke und die Bauart ihres kleinenHafens dermaßen von aller Aussicht auf die See ausgeschlossen,daß ihre Bewohner die Annäherung eines Schiffes niemals be-merken können, außer wenn sie sich nach den schon erwähntenHöhen und der daselbst befindlichen schmalen Promenade verfügen.
Dieser Umstand hatte abermals eine große Volksmenge auf demHügel versammelt, durch welche sich nun Raoul seinen Weg bah-nen mußte. Seine Schiffsmüpe und die angenommene Seeuni-form, die er nicht ohne eine, gewisse affektirte Zierlichkeit zur Schaustellte, trug nicht wenig dazu bei, die Vorzüge seiner äußern Er-scheinung, deren er sich recht wohl bewußt war, gehörig in's Lichtzu stellen. Sein unruhiges Auge wanderte von einem hübschenGesicht zum andern, um Ghita aufzufinden, welche der einzigeGegenstand seines Snchens und in der That auch die alleinigeUrsnche der verdrießlichen Lage war, in welche er nicht nur sichselbst, sondern auch den Irrwisch verseht hatte.
Während er auf diese Art bald an das Mädchen dachte, das ersuchte, bald seine Gedanken wieder auf seine eigene Lage in einemfeindlichen Hafen richtete, war er längs der ganzen Seite desHügels hingewandert, und wußte jetzt kaum mehr, ob er wiederumkehren oder auf einem Umwege um die Stadt sein Boot anf-suchen sollte, als er plötzlich eine süße Stimme, die ihm augen-blicklich zum Herzen drang, seinen Namen rufen hörte. Rasch um-wendcnd sah er Ghita nur wenige Schritte vor sich stehen.
„Grüße mich zurückhaltend und als Fremder," flüsterte das
8 *