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Raonl: vielleicht, daß man uns gar behorcht oder beobachtet; fürjetzt ist's nöthig, daß wir uns trennen."
Es folgte nnn ein hastiges Zwiegespräch, welches für dasjunge Paar selbst von größerem Interesse war, als es für den Le-ser sein würde, nnd das wir überdieß, auch wenn die Neugierdegrößeren Theil daran nehmen möchte, schon deßhalb verschweigenmüssen, nm dem Gang der Ereignisse nicht nnnöthig vorzngrei-fen; dann trennte sich Ghita von Raonl, der ans dem Hügel zn-rnckblieb, da Jene mit Festigkeit versicherte, sie kenne die Stadtzn gut, als daß sie irgend Gefahr zn fürchten hätte, wenn sieallein durch die engen und steilen Straßen wandelte.
I» der That muß es Andrea Barrofaldi's Justizverwaltungzum Ruhme uachgesagt werden, daß selbst Schwachheit, Armnthund Schutzlosigkeit ungefährdet bei Tag nnd Nacht auf der Inselumherwaudclu konnte, denn es kam nur selten vor, daß unter seinenschlichte» Untergebenen ein so gefährlicher Feind des Friedens und derRuhe erschien, wie eben in diesem Augenblicke einer ausgetreten war.
I» Porto Ferrajo selbst herrschte indessen bei weitem nicht dietiefe Ruhe, wie sie ein Fremder ans der athcmlosen Stille, welcheden Ort gefangen hielt, hätte vermuthen können. Tommaso Tontiwar so gut wie der Vicestatthalter ein einflußreicher Mann in seinemWirkungskreise; kaum hatte er sich, wie oben erzählt wurde, vonVito Viti verabschiedet, als er auch sogleich die kleine Schaar vonLootsen nnd Schiffsbesitzern anfsuchte, welche ans seine Worte wieans Orakelsprüche zn lauschen gewohnt waren.
Die Gesellschaft dieser Würdigen hatte sich zn ihren abendlichenZusammenkünften das Haus einer Wittfran, Namens BenedettaGalvpo, anserwählt; der Weinkranz, der an einem Pfahle über derThüre hing, bezeichnest den Ort genugsam für jeden Uneingeweihten.War es, daß Benedetta das Sprüchwort: „guter Wein bedarf keinesKranzes", nicht kannte, oder hatte sie nicht so viel Vertrauen zndem Inhalte der Fässer, daß sie ihm allein ihren Nus überlassen