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ans Erfahrung als ans Büchern gemußt hatte — sogleich anfgefallenwäre, da sie der männlichen Einfachheit der Engländer im Anzuggänzlich fremd mar. Auch seine Gesichtszüge hatten mit dem Ty-pus jener Insulaner nicht die mindeste Aehnlichkeit, denn sein Profilzeigte, besonders um Mund und Kinn, eine wahrhaft klassischeSchönheit; seine Wangen hatten keine Spur von Roth, »nd seinTeint war eher dunkelbraun. Das Auge war kohlschwarz, undsein Gesicht bis zur Hälfte von einem Backenbarte bedeckt, dessenFarbe mit der Schwärze eines Rabenfittichs wetteiferte.
Sein Gesicht, als ein Ganzes betrachtet, war ausnehmendschön; übrigens ist das Wort — schön — nicht bezeichnend genug,um den ganzen Charakter einer Gesichtsbildung anszndrücken, beiwelcher das Bild irgend einer Antike als Modell gedient zu habenschien; besonders war dies; der Fall, wenn seine Züge von einemeigenthümlichen Lächeln erheitert wurden, welches sein Antlitz zu-weilen fast eben so bezaubernd, wie das eines lieblichen Mädchensmachte. Uebrigens war in der ganzen Erscheinung des jugendlichenFremden dnrclmus nichts Weichliches zu bemerken; denn seine männ-liche, wenn gleich süßklingende Stimme, die gedrungene Gestalt undder feste Blick bürgten für einen kräftigen, entschlossenen Geist.
Der Vicestatthalter, wie der Bürgermeister, waren beide vonden ungewöhnlichen körperlichen Vorzügen, so wie von der feinenMiene des Fremden betroffen, und selbst als die gewöhnlichen Be-grüßungen vorüber waren, schauten sie ihm noch eine halbe Minuteunverwandt in's Gesicht, ehe die Gesellschaft sich niedersetzte. Aufeinen Wink Signor Barrofaldi's nahmen endlich alle Drei die an-gewiesene» Stühle ein und der Letztere eröffnete das Gespräch.
„Wie mir gemeldet wird, so haben wir die Ehre, Signor Ca-pital;», ein Schiff ans England in unserem kleinen Hafen zusehen," begann der Vicestatthalter und betrachtete dabei den An-dern ernsthaft durch seine Brille, indem er nicht ganz frei sogarvon Mißtrauen zu sein schien.