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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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die Flagge ehren. Ich furchte aber, der Fremde hat nicht dieAbsicht, in unfern Hafen einzulaufen."

Seinem Kurse nach sollte man es allerdings nicht glauben,Signor Podesta," antwortete Ghita mit einem leisen Seufzer,den jedoch außer ihr selbst sonst Niemand mahruahm.Vielleichtmacht er Jagd auf einen Franzosen, von denen mau im vergange-nen Jahre so viele, nach Osten steuernd, gesehen haben will."

Ja, das war allerdings ein großes Unternehmen!" erwiederteder Bürgermeister mit imponirender Geberde und weit aufgeriffe-nen Augen.General Bonaparte, derselbe, der in den beiden ver-flossenen Jahren im Mailändischen und in den päpstlichen Staatenwie ein Teufel gehaust hat, segelte plötzlich, wie mau uns ver-sicherte, mit zwei- bis dreihundert Schiffen von Frankreich ab,ohne daß ein Sterbeusmeusch gewußt hätte, worauf es gemünztwar! Einige sagten, er wolle das heilige Grab zerstören; Andere,es gelte, den Großtürken zu vernichten, und wieder Andere, mangedenke, die Inseln zu erobern. In der nämlichen Woche liefein Schiff in unfern Hafen ein, und brachte die Nachricht, derGeneral habe die Insel Malta in Besitz genommen, in welchemFalle wir auch für Elba hätten zittern müssen. Ich hatte vonAnfang an meine eigenen Vermuthungen!"

Das Alles habe ich damals auch gehört, und mein Oheimwürde Ihnen vermuthlich besser als ich sagen können, was wirAlle bei jener Nachricht empfanden!"

Nun, das Alles ist jetzt vorbei die Franzosen sind inEgypten dein Oheim aber, Ghita, ist in See gegangen, wieich höre?"

Mit letzterer Frage wollte der Podesta das Mädchen ausfor-schen; er hatte sie eigentlich nur so ganz sorglos hinwerfen wollen,ohne aber dabei einen gewissen argwöhnischen Seitenblick verber-gen zu können.

»Ich glaube so, Signore," lautete des Mädchens Antwort;