eben so feine Definitionen gegeben, wie er's bei seinen gerichtlichenVerhandlungen zu thnn gewohnt war.
„Nun meinetwegen, Tonti," antwortete Signor Viti, mit einerProtektorsmiene und höchst herablassendem Lächeln; „die Sache istja nicht der Art, daß sie voraussichtlich bis an den Gerichtshofzu Florenz gelangen müßte, und so mögen denn deine Erklärun-gen für genügend gelten, und ich will nichts weiter dagegen cin-wende». — Ein Lugger ist also — ein Lugger."
„8i, Signore: gerade so nennen wir's unten im Hafen. EinLugger ist — ein Lugger."
„Und jenes fremde Fahrzeug dort draußen ist ein Lugger?Behauptest du wirklich so, und bist du nöthigcnfalls bereit, es zubeschwören?"
Nun konnte zwar 'Maso die Nothwendigkeit eines Eidschwnresbei der ganzen Sache durchaus nicht einschen, und war von jeher,wenn nicht gerade die Zollbeamten etwas der Art verlangten, insolchen Dingen ziemlich gewissenhaft; er fühlte sich deßhalb beidieser Znmuthung etwas betroffen, und richtete abermals einenBlick auf den Fremden, ehe er seine Antwort gab.
„8i, Signore," erwiederte er endlich, nachdem er sich nocheinmal mit eigenen Angen von der Wahrheit überzeugt hatte, „ichwill darauf schwören, daß jener Fremdling dort ein Lugger ist."
„Und kannst du wohl auch noch sagen, ehrlicher Tonti, welcherNation er angehört? In diesen unruhigen Zeiten ist die Nationvon eben solcher Wichtigkeit, wie die Takelage."
„Da habt Ihr ganz recht, Signor Podestä, denn wäre er einAlgierer Corsar, ein Maure oder ein Franzmann, so würde er je-denfalls in dem Kanal von Elba einen unwillkommenen Besucherabgeben. Der Bursche dort hat allerhand widersprechende Kenn-zeichen an sich, nach denen ich ihn bald zu dem einen und baldwieder zu dem andern Volke rechnen möchte: ich bitte Euch deß-halb, .Signore, gönnt mir noch ein wenig Zeit, bis er etwas