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ser Auslegung um eine» Lieblings-Ausleger des Geseires zu schaa-ren pflegen.
Dabei war bemerkenswerth, mit welcher Artigkeit die kleineVersammlung von höflichen Italienern den betagten Seemann beidieser Veranlassung behandelte, denn Keiner unterbrach ihn mit Fra-gen, und Alle vermieden mit der größten Sorgfalt, sich zwischenihm und der Küste aufzupflanzen, um ihn dadurch nicht an derfernere» Beobachtung des Fremdlings zu hindern. Fünf oder sechsandere Küstenfahrer von seinem Alter standen neben ihm; dieseredeten ohne Scheu, wie ihre Erfahrung es mit sich brachte. Tontiaber hatte keinen geringen Theil seines Rufes gerade durch seineVorsicht in der Aeußernng von Orakelsprüchen erlangt, so daß ermeistens noch mehr zu wissen schien, als er in Wirklichkeit von sichgab, und er war dcßhalb jederzeit sehr zurückhaltend. Wahrend daherseine seemännischen Genossen allerhand widerstreitendeAnsichten überden Charakter des unbekannten Ankömmlings Preisgaben, und unterden versammelten Männern und Frauen hundert verschiedene Mnth-maßungen von Munde zu Munde gingen, hatte man den Lippendes alten Mannes nicht eine einzige Sylbe entschlüpfen gehört,wodurch er hätte komprvmittirt werden können. Er ließ die An-dern nach Belieben schwatzen; er selbst fand es, seinen Gewohn-heiten und wohl auch der Schwierigkeit der Aufgabe, in solchemFalle eine Entscheidung zu geben — weit angemessener, ein ern-stes, unheilverkündendes Schweigen z» beobachten.
Wir haben oben von Frauen gesprochen: denn es war wohlnatürlich, daß ein Ereigniß, wie das obenerwähnte, in einer Stadtvon drei- bis viertausend Seelen auch eine ziemliche Anzahl vonPersonen des zarteren Geschlechts auf die Anhöhen locken mußte.Die meisten waren bemüht, so nahe als möglich zu dem betagtenSeemanne hinzngelangen, um die erste Nachricht um so früher ver-nehmen, um so rascher verbreiten zu können; doch schien es fast,als ob unter den jüngeren gleichfalls eine Art weiblichen Orakels