Erstes Kapitel.
Des Himmels Antlitz lächelt aus der FerneUnd malt die Wasser, alle Farben glühen —
Vom reichsten Purpur bis zum Glanz der Sterne —
In zauberischem Wechsel vor der Sonne Sprühen.
Und wieder ändert sich die Scene: bleich're SchattenBedecken das Gebirg, der Tag. schon im Ermatten,
Stirbt, dem Delphine gleich, den jeder neue SchauerMit jedem Athem färbt in matt'rem Glanze:
Die letzte, lieblichste — verlischt — grau ist das Ganze.
Childe Harold.
Die Wunder der tyrrhenischen See wurden schon seit denTagen Homers besungen und gepriesen. Daß überhaupt das mittel-ländische Meer mit seiner schönen Begränzung durch Alpen und Apen-ninen, mit den tief ausgezackten, unregelmäßigen Küsten — in Allem,was Klima, Produkte und physische Formation betrifft, das köst-lichste Stück der bekannten Erde bildet — ist eine Wahrheit, diewohl jeder Reisende gerne zngeben wird. Blicket hin auf die reichenGelände, die das Binnengewässer umschließen, sehet die prachtvollenVorgebirge, welche diesem Miniatnrbilde eines Oceans als Strebe-pfeiler zu dienen scheinen; ihre Abhänge tragen Alles, was einGemälde lieblich und reizendlmacht, die Höhen sind mit Wartthür-men gekrönt, auf den Fclsklippen in der Tiefe ragen geweihteEinsiedeleien, der wnnderreiche Wasserspiegel selbst ist mit SegelnDer Irrwisch. 1