Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

III. Persepolitanische Briefe. 2Z3

der Mächtige, Unsterbliche oder Abudad,Vater der Gaben, der Geschenke und Gesetze, desRechts, der Rache und Wiedervecgeltung. Durchdie bösen Genien, sagt die A'hrimanns - Sage, kamer um, der weiß-glänzende Stier; aus seinemLeichnam aber ging unsre Schöpfung hervor: denner selbst, der Erstgeschaffene, der König der Erde,war gleichsam ihr Behälter, die Sammlung ihrerUrkeime. Aus dem Schweife des Stiers, sagt diePerser-Sage, gingen fünf und fünfzig Arten Getrei-bepflanzen und eben so viel Gattungen heiltragen-der Baume hervor; sein Same, dem Monde über-geben und von ihm geläutert, bildete 282 Gattun-gen der Thiere, Fische und Vögel. Aus seinem-Mark ging die Lebenskraft einer jungen Welt her-vor; seine Hörner sproßten zu Früchten, sein Athen»erzeugte Blumen, sein Blut Trauben, seiner Brustentwuchsen Kräuter gegen Fäulnisse und Krankhei-ten ; alles Andre der Schöpfung war aus dem ge-tödteten Unsterblichen Ke-Amorts, dessen Seele,die aus seiner rechten Hüfte ausging, Goschorun,die Lebenskraft der sich verjüngenden Schöpfungwurde. So erzählt der Avesta.

Daß dieser Stier unser Emblem sey, leidetkeinen Zweifel; es ward abgebildet, wie es das da-malige Zeitalter der Kunst zuließ, und RömischenAugen dargestcllt werden konnte. Aus dem Schwei-fe des Stiers sprießen Achten hervor; Hund undSchlange, jener den Persern das heiligste und treuesteThier und zugleich, (so wie Griechen und Römerndie Schlange,) ein Bild der Verjüngung der Welt,dürsten nach. seinem Blut; der Scvrpion zwingtdas hervor, was die Lebenskraft einer neuen Welt