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III. Persepolitanischc Briefe.
in der Feere der Natur alles einen Laut an; wiedie Sprache des Zcnd mit ihren unendlich langen,vokalreichen Wörtern zeiget, ward dieser lebendigeLaut moduliret; so entstanden dann die Hymnen undGebete (Jzeschne, Jcscht, Patets u. f.), in denenso große Kraft war. Die Aegypter kamen zu dieserHöhe des Glaubens an Worte nicht, weil sie sym-bolisirtcn; ihre waren nur Auslegun-
gen sichtbarer Symbole, hier aber waren sie dasHauptwerk.
Hiermit erklärt sich, weshalb man späterhin einso hohes Gewicht auf das ausgesprochene Wort Or-muzd legte. Dadurch, glaubte man, habe er dieWelt erschaffen; dadurch bestehe sie; sein Wort seydie Kraft in allen Geschöpfen. Durch sein Wort,wenn cs ausgesprochen würde, werde Ahrsinann ver-jagt und entkräftet. Lauter Fortleitungcn desselbenBegriffs, den man über sich selbst hob und meta-phyflcirte. Man wußte sogar das Wort zu nennen,durch welches er die Welt geschaffen; es hieß Ho-nover; ein prächtig klingendes Wort, das, in einemähnlichen Laut von einer bekannten Stadt ausge-sprochen, dem guten Anton Reiser von Jugendauf eine entsetzliche Hochachtung einpcägte. Fuhrtman aber alle diese Transccndenz auf ihren Ur-sprung zur Erde hernieder: so bedeutet sie nichts, als„durch seinen Willen ist alles da; Ormuzd Willeist, sein Geschäft zu thun, in jeder Tageszeit undStunde." Daß der tausendmal wiederholten Formel,die dies ausdrückte: „das ist der Wille Ormuzd,"
eine magische Kraft zugeschrieben wurde, guten Wil-len zum Geschäft zu erregen, Hindernisse zu vertrei-ben, Trägheit und bösen Willen zu entfernen, ward