III. Persepolitanische Briefe.
rLg
An Herrn Hofrath Eichhorn.
Ulrich die Induktion, die ich aus Bildern und Con-sigurationen Daniels und anderer Chaldäer zog, ste-het an Stelle und Ort; ich darf darüber das Ur-theil eines Mannes befragen, dessen Verdienst ummehrere Zweige der morgenlandischen Literatur aner-kannt sind. -Mehrere Stellen dieser IsraelitischenScher nehmen allein aus den Gegenden jenseit desEuphrats, in denen sie lebten, ihr ungezweifeltesLicht her.
Daniel z. B. zerfallt in eine Reihe gesam-melter Geschichten aus drey Monarchien, dem Baby-lonischen, Medischen, Persischen Reiche; unter jedemverändern sich dessen Bilder. In Babel erscheint demKönige ein kolossalisches Belus-Bild im Traume; erselbst richtet ein solches Belus-Bild zur allgemei-nen Anbetung auf. Dergleichen Bilder, Gebäudeund Zierathen waren nach der bekannten Geschichteein angenommener barbarischer Geschmack desReiches.
Wenn Bel-Sazer, der lehte König, in feinemRausch eine Wandfchrift sah, die ihm bisher viel-leicht unbemerkt geblieben war, die er eben jetzt vorseinem benebelten, trunknen Auge hervvrgegangenglaubte, und keiner seiner Weisen diese Schriftin unbekannten Charakteren geschrieben, auslegenkonnte oder auszulegen wagte: ists nicht derselbe