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Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
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III. Persepolikanische Briefe. i5r

schlechtes. Erlauben Sie also, da Sie über dieBaukunst der Perser meine Muthmaßung überPersepolis anzuziehen werth geachtet, Ihnen vor-zulegen, was ich fernerhin zur Erläuterung derSache dienlich glaube.

Man ist geneigt, die Persische Baukunst alseine Sprosse der Aegypcischen zu betrachten, auf denkahlen Grund gestützt, weil Cambyses nach der Er-oberung Aegyptens Künstler zum Bau Persepolis,Susa's und anderer Königssitze in Medien geschickthabe. Als ob vor dieser Zeit keine Baukunst inAsien gewesen wäre! oder als ob diese gefangenenKünstler das Klima Persiens oder den Charakter undSinn ihrer Ueberwinder hatten umschaffcn können.Keine zwey Länder sind verschiedener als Persien undAegypten, keine Nationen verschiedener als Aegypterund Perser.

i. Dem Bedürfnis, vielleicht auch ihrem Indi-schen Ursprünge nach, war die Aegyptische Baukunstvon Höhlen ausgegangen, und blieb ihnen treu,so gut sie konnte. In Höhlen hatten die Aegyptereinst gewohnt; die Aegyptische Sonne hieß sie Höh-len suchen und lieben; darnach nahmen ihre Tempel,ihre Säulen, ihre Gräber, selbst ihre Bildwerke Formund Ansicht. Meder und Perser dagegen waren Berg-und Jagdvölker rauherer Gegend; sie liebten frischeLuft, freye Aussicht, statt künstlich ausgehaucnerHöhlen, (die ihr Land auch nicht gllcnthalben gab,)Kastelle auf Anhohen, Burgen oder Pallaste mit an-granzenden Thiergarten, Paradiesen. Don der Burgauf Bergen ging die Medisch-Persische Baukunst aus,und folgte ihren Königen bis in die Gräber.