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II. P e r s e p o l i s.
So deutet die Persische Soge diese Mauern;wozu sind sic also errichtet? Waren sie ein Pallasloder ein Tempel?
Der Sage nach war cs Lacht Dshemshjd,die Cupole Dshemshjds; und der Denkart des Mor-genlandes wäre es nicht entgegen, daß sich der Kö-nig selbst cm solches Monument seines Ruhms bat-te errichten wollen. Aegyptens Pharaonen habenohne so klugen Inhalt stolzere Werke begonnen, undvon den Monarchen Assyriens, Babels u. f. wis-sen wir ein Gleiches. Die älteste Welt setzte über-haupt ihren Ruhm ins Bauen; und an den Ver-zierungen dieser Monumente mit einer so ordentli-chen Vertheilung ist gewiß ein politisch - weisererGeist sichtbar, als Key manchen andern bewunder-ten Trümmern: denn hier hat alles National-Zweck;hier ist nichts ohne bleibende Absicht. Das ganzeReich sähe sich an diesen Mauern mir seinem Königenicht nur verewigt; sondern auch am schönsten Festedes Jahrs, dem wiederkehrenden Frühlinge, durchgegenseitige Geschenke gleichsam neu vermählet. Je-der, der die Treppe hinauf stieg und die Sale durch-wanderte, sah an und in ihnen das alte Regula-tiv des Reiches. Der König selbst erschiendarin als eine heilige und verehrte, aber zugleich alseine Pflichten-ausübende, ehrwürdige Gestalt, alsRichter, Vater und Beschützer seines Volkes: dennwahrscheinlich ists eben auch dieser König, der mitden Ungeheuern kämpfet. Ich zweifle also, ob je einMonarch, der seinem Ruhm opfern wollte, ein soköniglich-zweckmäßiges, bescheiden-prächtiges Denk-mahl errichtet Hab.. Jene stolzen Triumphbogen,jene Statuen mit überwundenen Nationen, die dem