42 I. Dcnkmahle der Vorwelt.
„durch Grundsätze, die, wie Er, allenthalben das„einzige Ewige sind." Und sie haben ihn gesucht,diese sonderbaren Weisen, und suchen ihn noch aufstrengen Wegen der Enthaltsamkeit, Absonderung undVereinigung (Eonccntcalion) der Gemüthskräfte undGedanken. Ob sie ihn gefunden haben? ob er aufdiesem Wege zu finden sey? wollen wir wenigstensnicht entscheiden, die wir in unserer Lebensart, unterZerstreuungen und Begierden, vielleicht von der fei-neren Maja (Verblendung) nicht einmal einen Be-griff haben, die jene von Wein, Blut und Leiden-schaft gesonderten Menschen unter der Idee des We-sens der Wesen täuschet.
Auf die Kunst der Indier hatten diese hohenSpekulationen einen mächtigen Einfluß, indem sicdie Verehrung heiliger Bilder, Orte und Elemente,mithin die ganze Komposition heiliger Denkmahle be-stimmten. „Wie das Auge," sagen sic, „durch das„Licht, das Gefäß durchs Feuer, das Eisen durch„den Magnet durchdrungen und belebt wird: so wird„auch durch den ewigen Geist das Weltall mit Kraf-„ten begabt, und die Seele des Menschen mit den„edelsten Kräften. Heilige Bilder sind nur Erinne-rungen der Gottheit, die man am eigentlichsten und„tiefsten in sich selbst, in einem reinen Verstände„und Herzen findet." Mit diesem Grundsatz warendie Granzcn ihrer religiösen Kunst bestimmt, unddurch die dreyfache Personifikation des höchsten Got-tes ihr ganzer Weg vorgezeichnct: denn die Idee deshöchsten Gottes selbst war keines Bildes fähig.
Dies zu erweisen, laßt uns einige Stellen desBaghat-Geta, in denen Krisna zu Arjun übersich selbst und seine Gestalt spricht, hören: